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Unter diesem Motto machten sich die Chemnitzer JuLis und ihr gelb-blauer Gefährte auf den städtischen Weihnachtsmarkt, um für eine moderne liberale Politik zu werben und gegen die behindernde staatliche Bürokratisierung zu kämpfen. Bei Sonnenschein, wolkenlosem Himmel und mit guter Laune wurden an die kleinen Weihnachtsmarktbesucher Süßigkeiten verteilt, für die Großen gab es Flyer. Nach zahlreichen schmunzelnden und, angesichts der Jahreszeit, auch verwunderten Gesichtern, trat jedoch das weniger fröhlich dreinblickende Ordnungsamt auf und forderte uns unter Androhung einer Polizei-Abführung auf, den Weihnachtsmarkt wieder zu verlassen. Gerne hätten wir noch eine größere Runde gedreht und weitere Kinderaugen erstrahlen lassen, aber die Stadt, eingeschnürt in ihren bürokratischen Fesseln, hatte etwas dagegen. Und die Moral von der Geschicht: Die Jungen Liberalen denken früher an später - die rückwärtsorientierten Beamten und Alt-Politiker leider nicht.

Die Julis Chemnitz haben sich erstmalig den Mittweidaer Studenten vorgestellt. Ziel war es mit ihnen ins Gespräch zu kommen und über politische Themen zu diskutieren.
Es haben sich viele Interessierte an unserem Stand auf dem Mensavorplatz eingefunden. Themen waren neben der Vorstellung der Julis auch aktuelle politische Debatten, wie beispielsweise die Wehrpflicht, das NPD Wahlergebnis und die wachsende Politikverdrossenheit unter den Jugendlichen. Versüßt wurde den Studenten der Aufenthalt am Stand mit einem Becher Glühwein und Knabbereien.
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Auch im Sommer 2004 nahmen wir uns der altbewährten Tradition an, setzten die Reihe unserer Ausflüge fort und beschlossen kurzer Hand die noch einmal aufblitzenden Sonnenstrahlen einzufangen - die wahrscheinlich letzten des Jahres. Sechs Liberale und zwei Freundinnen der wahren gelben Engel, extra angereist aus Dresden, Chemnitz und Ansbach, wollten dieses Großereignis nicht versäumen und so traf man sich am Nachmittag des 3. Septembers auf dem Zeltplatz des Kulkwitzer Sees bei Leipzig.
Bei der Wahl des Stellplatzes empfingen uns schon die in freier Wildbahn oft anzutreffenden typisch deutschen Platzhirsche. Mit den Worten "Dauercamper. Das sin‘ wir." verteidigten sie ihr Revier. Übersetzt sollte das wohl heißen: "Hallo Freunde. Entschuldigt bitte, aber dies ist unser Bereich. Ich würde mich freuen, wenn ihr euer Zelt an einer anderen Stelle aufschlagen könntet." Doch davon ließen wir uns nicht abschrecken. Acht Menschen, vier Zelte, zwei Grills, viel zu viel Grillkohle und
jede Menge gute Laune, das waren die Zahlen des Abends. Gegenüber den Dauercampern zeigten wir Flagge, oder besser gesagt Schirm und Banner, lebten den "Rhythm of the night" und plauderten aus dem Nähkästchen. So kam zum Beispiel heraus, dass irgendwann das Kind von Axel, aufgrund einer zurückliegenden Wette, auf den Namen "Knilch" hören muss. Wir bedauern das jetzt schon, aber als Liberale sind wir ja tolerant und aufgeschlossen. Noch nicht ganz ausgeschlafen hieß es beim darauffolgenden
Frühstück schon wieder, langsam Abschied zu nehmen und die Zelte abzubauen. Einige machten das auf ihre ganz besondere Art und Weise, indem sie dem morgendlichen kühlen Wasser trotzten und vergleichbar waren mit den kurz zuvor durch die Frühstücksbutter gleitenden heißen Messern. Auf Ronny hatte es dann noch eine flotte Biene abgesehen. Mit dem Abschiednehmen fiel es ihr so schwer, dass sie ihn stach. Schwarz-Gelb hat also gestochen - vielleicht ein gutes Omen für die nahende Landtagswahl. Braungebrannt, was
wir für selbige jedoch nicht hoffen wollen, sowie mit entspannter Gefühlslage und zahlreichen Impressionen machten wir uns am Nachmittag wieder auf den Rückweg. Dass bald wieder eine Fortsetzung folgen soll, darüber waren sich alle Beteiligten einig - etwas Seltenes in der Politik.

Am Morgen des ersten Mai 2004 waren nur noch kalt dampfende Aschehaufen von den Walpurgis-Feuern der Nacht geblieben. Doch obwohl nur so wenig von dieser Walpurgisnacht blieb, hatten die wilden Hexentänze erfolgreich den Sommer angelockt. Ja, der Sommer schien mit freundlichen Sonnenstrahlen warm an diesem Morgen. Leider fühlte sich aber auch ein Herr Sommer dazu ermutigt mit seinen Weisheiten an die Öffentlichkeit zu treten. Und wie es sich nach der Rede des Herrn in Berlin zeigte, sollte darauf am Nachmittag
selbst der Himmel weinen und grollen. Mit Sommer geht die Sonne unter!
Der Untergang der Sonne ist ganz im Sinne der Gewerkschaften. Wenn es dunkel geworden ist und die Stimmen der Nacht aus den Brunnen von Konjunkturschwäche und Arbeitslosigkeit sprechen, dann ist die Zeit der Gewerkschaften angebrochen. Jetzt sehen die Funktionäre in der Dunkelheit ihre Dämonen mit gelb-blauen Augen leuchten. In ihrer dämonisierten Welt verkörpert sich die "Neoliberale Krankheit" in der Verschwörung von Kapitalisten und imperialistischen Politikern. Vielleicht hätten die Gewerkschaften
mehr hoffen sollen, dass ihre dämonischen Hexen und Teufel an diesem Morgen mit einem Kater im Bett liegen, denn wir Jungen Liberalen Chemnitz hatten uns vorgenommen dieses Weltbild anzugreifen und die Sau rauszulassen!
Deshalb erschienen wir JuLis zahlreich zu der von den Gewerkschaften, mit Beteiligung der Partei der Senioren (PDS), veranstalteten Maidemonstration am Marx-Monument in Chemnitz. Mit dabei hatten wir als Symbol für die Trägheit der Funktionäre die fette rote Gewerkschaftssau. Wir wollten die Gewerkschaften mit dieser Provokation herausfordern, was uns glänzlich gelungen ist! Obwohl sie uns zu Beginn noch ironisch in ihrer Ansprache begrüßten, gingen Sie beim Anblick der Sau wie eine gesengte Sau auf uns los.
Jedes Gefühl für Toleranz und Meinungsvielfalt ging Ihnen durch, so sau(-er) waren Sie! Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre hatten wir die Gewaltandrohung und Beschimpfung von einzelnen Partei Senioren erwartet. Sie überraschten jedoch uns nicht schlecht mit einem polizeilich durchgesetzten Verbot an dem Rentnerspaziergang teilzunehmen. Eine Eigenschaft der Gewerkschaft ist demzufolge, dass sie gern Schläge austeilen, sogleich aber empfindlichst darauf reagieren, wenn man ihnen einen Spiegel vorhält.
Wir JuLis hielten Ihnen einen Spiegel vor, welcher einerseits ihr Niveau der Polemik aufzeigte und anderseits mit dem Slogan "Wichtig ist, was hinten raus kommt" auf die inhaltliche Debatte anspielte. Im Spiegel hätten die Funktionäre den nicht nur sprichwörtlichen Alten mit verschrobenen Ansichten erblicken können. Die Gewerkschaften sind von Gestern! In Anbetracht der Reden der hohen Gewerkschafter, wie die des DGB-Vorstandsmitgliedes Putzhammer ist der Ausdruck "von Gestern" jedoch noch
fair und beschönigend. Von den Reden der Gewerkschafter seien ein paar Skurriltäten wiedergegeben.
Putzhammer sagte zum Beispiel, die Kürzungen von sozialen Leistungen überall in Europa seien "eine beschähmende Antwort auf die Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit". Der Autor sieht die Kürzungen mit den demokratischen Hauptströmungen als haushaltspolitisch als folgerichtig an und die Forderung als lobyistische Simmungsmache. Weiter nach Putzhammer sei das Sparen eine kranke Tendenz, nur Investitionen seien gesund. Mit dieser Ansicht geht Herr Putzhammer von seiner persönlichen Haushaltslage
und Neigung aus? Daneben gab es eine Rednerin mit einer weinerlichen Stimme, welche wahrscheinlich über sich selbst verzweifelte. Denn das Streben der Bundesregierung eine Vormachtstellung (Hegemonie) sei der Imperialismus. Für Frieden ist der Autor auch, aber er sieht die Tendenz den Terrorismus zu unterschätzen als gefährlich an und - nimmt die Rednerin mit ihrer Position nicht die eine der Ansichten der Terroristen auf?
Schließlich könnte man natürlich der besagten weinerlichen Rednerin wörtlich folgen und tiefschürfend an die Adresse der Gewerkschaften ausrufen: "Laßt das einfach sein!" Mit solchen Reden verkommt der Tag, der ein Forum für die Diskussion über verschiedene Konzepte Arbeit zu schaffen sein könnte, zu einem Tag der Lächerlichkeit. Wir JuLis Chemnitz wollen trotz dieser Erfahrungen die Gewerkschaften weiter inhaltlich kritisieren und die liberalen Konzepte vertreten.